Familienbuch Schuler

 

Schuler-Blut fließt in fast allen Pflaumheimer Familien

 

Im voll besetzten Saal des historischen Pflaumheimer Rathauses stellte der Geschichtsverein Pflaumheim am Freitag, den 4.12. sein neues Buch der Öffentlichkeit vor.

Diesmal handelt es sich um eine jahrelange Arbeit des Arbeitskreises „Ahnenforschung“, der sich mit den Nachfahren der drei aus Tirol (Pitztal) eingewanderten Söhne des Oswald Schuler befasst hat. Obwohl der Geschichtsverein erst 2006 gegründet wurde, machte der Vorsitzende Robert Hock in seiner Begrüßung deutlich, dass die Ahnenforschung in Pflaumheim schon eine lange Tradition hat. Ehrenbürger Josef Schuck, der zu seiner Zeit auch das erste Pflaumheimer Heimatbuch verfasst hatte, musste seine Stammbaumergebnisse aber noch auf Tapetenrollen dokumentieren. In den 60er Jahren war es dann Pfarrer Karl-Josef Barthels, der ein Sippenbuch erstellen wollte, dieses aber in seiner 13-jährigen Pflaumheimer Wirkungszeit leider nicht fertigstellen konnte. Erstmals digitale Hilfsmittel einsetzen konnten Privatleute wie Gerhard Klug oder Werner Peter, die sich als Hobby mit diesem Thema auseinandersetzten.

Im Geschichtsverein wurden dann die Kräfte gebündelt. Gerhard Klug, Alfred Peter, Herbert Rachor, Karl-Heinz Rohm und Werner Zengel bildeten einen 5-köpfigen Arbeitskreis und kümmerten sich nun intensiv um die Pflaumheimer Ahnenforschung. In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Herbert Jakob dem Verein sowie besonders dem Arbeitskreis Ahnenforschung für seine wichtige Arbeit und sicherte die satzungsgemäße Bezuschussung des Familienbuches der Schuler zu.

Herbert Rachor vom Arbeitskreis berichtete dann von der Arbeits- und Vorgehensweise bei der Datenrecherche. Beginnend mit Oswald Schuler und Eva Schatz, die insgesamt 5 Kinder hatten, beschränkt sich das Buch aus Datenschutzgründen auf 10 Generationen. Generation 2 waren die 3 Schuler-Brüder Johannes, Paulus und Matthäus, die in den Jahren 1700 und 1701 nach Pflaumheim kamen und hier das Steinmetzgewerbe zu neuer Blüte erweckten. Während Matthäus früh verstarb, ehelichten Johannes und Paulus Pflaumheimer Frauen und hatten zusammen 18 Nachkommen.

Auf dem alten Pflaumheimer Friedhof befindet sich ein in die Friedhofsmauer eingelassener Grabstein von dem 1730 verstorbenen Johannes Schuler. Leider ist der Grabstein nicht mehr zu restaurieren, so dass der Grabstein auf Initiative des Geschichtsvereins mit dem Erlös des Buchverkaufs neu hergestellt und an geeigneter Stelle aufgestellt wird.

In seiner eineinhalb Stündigen, kurzweiligen und interessanten Präsentation zeigte Herbert Rachor unter anderem die Entwicklung einiger Familienlinien und begrüßte anwesende Angehörige verschiedener Schuler-Linien, die auch zum Teil durch die Verheiratung der weiblichen Schuler-Linien auf andere Nachnamen hören. Auf jeden Fall wurde bei der Erstellung des Schuler-Buches festgestellt, dass in fast allen Pflaumheimer Familien „Schuler-Blut“ fließt und verwandtschaftliche Beziehungen bestehen, die sicher für viele überraschend sind.

Nach Abschluss der Arbeit entstand nun ein Buch mit 351 Seiten, auf denen rund 1.000 Familien und 4.500 Personen aus 10 „Schuler-Generationen“ dokumentiert wurden.

Wie für viele andere Familien, gibt es auch für die Schuler ein eigenes Wappen, welches von Herbert Rachor gezeigt und erklärt wurde. 

Unter den Gästen befand sich Patrick Schuler, der seit 2001 regelmäßig in seine „Heimat“ Tirol fährt und dabei sogar äußerliche Ähnlichkeiten zwischen hier und dort lebenden Personen entdeckt hat. Er hat bei seinen Besuchen festgestellt, dass sich die Geschichte der Schuler bis in 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

Ehrenvorsitzender Lothar Rollmann erinnerte an ein vor vielen Jahren von ihm verfasstes und leider unbeantwortetes Schreiben an die Gemeinde Arzl und regte an, es noch einmal zu versuchen und Arzl vom Schulerbuch in Kenntnis zu setzen. Er erinnerte sich auch, dass man den Schulern in seiner Kindheit gerne den Beinamen „Österreicher“ gegeben hat, welcher ja nicht ganz unbegründet ist. Vielleicht sei sogar ein Ausflug des Geschichtsvereins nach Tirol möglich?

Zum Schluss bedankte sich der Vorsitzende Robert Hock bei Christine Reichert-Rachor von der Druckerei Reichert für die gute Zusammenarbeit bei der Herausgabe des Buches. Dankesworte gingen auch an Lisa Baumstark, Sarah Cirius und Andreas Braun von der Musikschule Großostheim, die mit klassischem Gitarrenspiel für den musikalischen Rahmen der Buchpräsentation gesorgt hatten und so auch für ihren Auftritt bei „Jugend musiziert“ üben konnten.

Besonders herzlich fiel sein Dank dann aber für die 5 Männer vom Arbeitskreis Ahnenforschung aus, ohne deren Fleiß und Akribie ein solches Familienbuch nicht hätte erscheinen können.

 

 

Die Buchautoren:

Alfred Peter, Karl-Heinz Rohm, Herbert Rachor, Werner Zengel, Gerhard Klug

mit Bürgermeister Herbert Jakob und dem 1. Vorsitzenden Robert Hock

 

Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Besucher in geselliger Runde noch über das Gehörte austauschen und das in kleiner Auflage herausgebrachte Buch zum Vorzugspreis erwerben und machten von dieser Möglichkeit in sehr großer Zahl Gebrauch, so dass das Buch bald vergriffen sein dürfte.

Text: Peter Eichelsbacher, Bilder: Erich Mayer

Bearbeitet von Herbert Rachor

 
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