Schneiderbildstock

Ältester Pflaumheimer Bildstock wurde restauriert

 

 

Der älteste Pflaumheimer Bildstock, der „Schneiderbildstock“ aus dem Jahre 1520, wurde auf Anregung des Geschichtsvereins von der Pflaumheimer Steinmetzfirma Manfred Zahn restauriert und wird am Sonntag, dem 5. Juni nach dem Gottesdienst kirchlich gesegnet.

Der Bildstock wurde vom Steinmetz Conrad Kraus angefertigt und hat auf seinem Pfeiler eine relieffierte Schere, was auch seinen Namen  deutet. Auf dem Pfeiler ruht das quadratische auf drei Seiten offene Gehäuse mit Maria und dem toten Heiland auf dem Schoß, dem Stil nach spätgotisch aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Der Standort des Bildstocks wurde mehrmals verändert und stand früher an der Spitze zwischen dem damaligen Bergweg und der Wenigumstädter Straße. 1923 wurde er in die Mauer des Pfarrhauses eingesetzt. Erst sein jetziger Standort am Aufgang zum Pfarrhaus, nur wenige Meter von seinem letzten Standort entfernt, ist der beste und wird seiner Bedeutung gerecht.

Zum Namen des Schneiderbildstocks gibt es noch eine Sage, nach der im Wartturm  auf dem Binselberg ein Schuster wohnte. Diese Wohnung konnte der Schuster jedoch nur mittels einer  ledernen Stiege erreichen. Die Stiege war an dem sechs Meter über der Erde liegenden Eingang befestigt. Nur so konnte er zu seiner Wohnung auf- und absteigen.

Als er einmal mit seinem Freund, einem Schneider, in Streit geriet, schnitt dieser eines Nachts mit seiner großen Schere die lederne Stiege ab. So war der arme Schuster eingesperrt. Erst nach Tagen wurden auf dem Feld arbeitende Bauern auf den winkenden und rufenden „Gefangenen“ aufmerksam

Nach dieser Sage gab es beim Heimatfest im Jahre 1958 ein Festspiel von Albert Schuler und Pfarrer Karl-Josef Barthels mit dem Titel: „Der Schneider im Hungerturm“, wo der Schneider mit dem Schuster den Part tauschte.


 

Text: Lothar Rollmann

Foto: Geschichtsverein

Bearbeitet von Herbert Rachor

 
 
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