Der Ploimer Herrgottschnitzer

Mit kleineren Schnitzereien fing es an, Vor 65 Jahren beim Heimatfest entdeckt.

 

Beim Heimatfest im Juni 1958 konnte es jedermann sehen: Der damals 27jährige Pflaumheimer Robert Rollmann zeigte an einem Aushang in der Nähe des Festzeltes einige seiner Holzbildhauerarbeiten. Die kleine Ausstellung, die ausschließlich Kreuze und Madonnen zeigte, fand allgemeine Beachtung. Robert Rollmann war extra wegen des Heimatfestes von Garmisch-Partenkirchen, wo er die staatliche Holzbildhauerschule besucht nach Hause gekommen. Ein Teil seiner Ploimer-Landsleute weiß ja schon seit Jahren, dass Robert mit dem Schnitzmesser umzugehen weiß. Robert Rollmann ist gelernter Schreiner und hat seine Lehre in der Aschaffenburger Schreinerei von Schreinermeister Hammerbacher erfolgreich abgeschlossen. Schon in den Lehrjahren versuchte er Kleinigkeiten zu Schnitzen. Als er es zu einer gewissen Fertigkeit gebracht hat, lieferte ihm seine zweite Liebhaberei – der Wald und seine Tiere – die Motive zu den ersten größeren Arbeiten. Sie verraten schon die Begabung, die Robert Rollmann hat. Bald versuchte er auch Kruzifixe zu schnitzen. Sein erstes Kreuz hängt in der Küche seines Elternhauses. Im Gegensatz zu diesem kann man bei seinen späteren Arbeiten schon deutlichen Fortschritt und künstlerische Reife erkennen. Sein bis dahin in den Ausmaßen größtes Werk ist eine 80 Zentimeter große Madonna mit Kind. Weitere Motive folgten.

Um es in der Holzschnitzkunst weiter zu bringen versuchte er 1950 in Oberammergau bei einem Holzschnitzer seine Fertigkeiten zu vertiefen, was aber wegen den im gleichen Jahr stattfindenden Passionsspielen nicht gelang. Im Jahre 1953 fand er Arbeit in einer Schreinerei in Garmisch-Partenkirchen. Nebenbei schnitzte Robert Kleinigkeiten für die Touristen. Die Jahre in Garmisch gaben ihm die Sprache und die Kleidung der Region, die ihm zur zweiten Heimat geworden war. Im Januar 1958 ist Robert Rollmann bei der staatlichen Holzbildhauerschule in Garmisch-Partenkirchen aufgenommen worden. Die an sich vierjährige Schulzeit hat er als Umschüler innerhalb von zwei Jahren absolviert und erfolgreich mit der Abschlussprüfung abgeschlossen. Er heiratete 1964 eine Einheimische und lässt sich dauerhaft in Garmisch-Partenkirchen nieder. Er arbeitet weiter in einer Schreinerei und daneben als Holzbildhauer.

Er verstarb am 17.Mai 2011 im Alter von 79 Jahren und wurde in Partenkirchen beigesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

               

      

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bilder zeigen eine Auswahl aus seinen Werken

 

 

 

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Text: Lothar Rollmann und Herbert Rachor

Bild: Archiv Geschichtsverein

 

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