Bilderausstellung im Alten Rathaus

 

Dem Geschichtsverein Pflaumheim gelang es erneut, eine Pflaumheimer Künstlerin für die schon traditionelle Ausstellung anlässlich der Pflaumheimer Kirchweih zu gewinnen.

Birgit Brand ist in Pflaumheim geboren und aufgewachsen. Seit dem Jahr 2002 beschäftigt sie sich mit Malerei und bildete sich in unterschiedlichen Techniken fort: Fast 10 Jahre besuchte sie Aquarellkurse, gleichzeitig nutzte sie Acrylfarben und Strukturpaste und verarbeitete unterschiedliche Materialien wie Urgesteinsmehl, Teer, Sand aus der Namib-Wüste und Farbpigmente aus den Ockerbrüchen in der Provence in ihren Bildern. Zum Erlernen der Relieftechnik nahm sie an Workshops auf Mallorca und Fuerteventura teil. In einem weiteren Seminar erwarb sie Kenntnisse in der Spachteltechnik, wobei sie innerhalb der Farbfamilie mit feinst aufeinander abgestimmten Nuancen bleibt und die Bilder mit Swarowski-Kristallen ergänzt. Seit 2017 wendet sie Ölmalerei an und arbeitete sich in einem weiteren Kurs in die Nass-in-Nass-Malerei nach Bob Ross, bekannt für hohe Farbbrillianz, ein.

Sie schloss sich vor einigen Jahren dem Künstlertreff Aschaffenburg-Damm an und nahm mit befreundeten Kolleginnen und Kollegen bereits an mehreren Gemeinschaftsausstellungen teil. Die bevorstehende Ausstellung zeigt die Bandbreite ihres künstlerischen Wirkens und ihre bisherige stetige Fortentwicklung.

 

 
 

Text u. Bild: Karin Ming

Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 

 


 
 

Studienfahrt des Geschichtsvereins nach Michelstadt

 

Am 04.09.2022 trafen sich 24 gutgelaunte Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins Pflaumheim auf dem Kirchplatz, um in Fahrgemeinschaften bei strahlendem Wetter Michelstadt zu erreichen. Die Vorfreude war groß, da Karl-Heinz Rohm als erfahrener Organisator erneut als Stadtführerin Antje Vollmer gewinnen konnte, die vielen von einer früheren Exkursion als kundige und gleichzeitig humorvolle Person bekannt war. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, als sie uns nach einem kurzen Spaziergang vor dem berühmten Rathaus, erbaut 1484, empfing und eine kurze Einführung in die Stadtgeschichte gab. Dabei bezog sie eine Teilnehmerin in einem Rollenspiel aktiv ein und ging im Verlauf mehrfach auf die Aufgaben des Magistrats und der Gerichtsbarkeit, aber auch der Rolle Michelstadts als Handelsstädtchen ein. Der Versammlungssaal im ersten Stock und der Speicher im zweiten Stock wurden besichtigt und dabei immer wieder auf Sprichwörter und Redensarten Bezug genommen, deren ursprünglicher Sinn sich nur durch ihre Erläuterungen erschloss. Jetzt wissen alle Teilnehmer unter anderem, woher die Ausdrücke „Quartalssäufer“ und „Blau machen“ kommt. Weiter ging es zum Diebsturm und zu den Resten der Stadtmauer, die teilweise als Außenmauer der Wohngebäude diente sowie zur Kellerei, was dem heutigen Finanzamt entspricht, da die Naturalabgaben an die Grafen eingekellert wurden. Frau Vollmer führte uns auch in einen verschlossenen Raum, der erst nach einer Explosion während eines Adventsmarkts vor einigen Jahrzehnten entdeckt wurde und verschiedene frühere Annahmen über die Vorgeschichte des Gebäudes korrigierte. Zum Abschluss besuchten wir die evangelische Stadtkirche, die bereits vor der Reformation als katholisches Gotteshaus errichtet worden war und die den höchsten Punkt der Stadt markiert.

 


 

Die Einkehr im Cafe auf dem Rathausplatz in Michelstadt und zum Abendbrot im Neustädter Hof genossen die Teilnehmer und nutzen die Zeit für angeregte Gespräche. Alle waren sich einig, dass dies ein gelungener Nachmittag war, der allen Geschichte hautnah nähergebracht hatte, und dass hoffentlich im nächsten Jahr eine Wiederholung erfolgen wird.

 

Text: Karin Ming

Bearbeitet von: Herbert Rachor

 

 

 

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

 

Am 27.04.2022 fand im Gasthaus Post die coronabedingt mehrfach verschobene Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Pflaumheim statt.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Krug und dem Totengedenken mit Erinnerungen an die Verdienste aller Verstorbenen erfolgten die ausführlichen Vorträge von Vorstand und Arbeitskreisleitern über die in den Jahren 2020 und 2021 abgehaltenen Aktivitäten. Trotz aller durch die Pandemie verursachten Einschränkungen fanden regelmäßige Treffen der Ahnenforscher und der Arbeitsgruppe Archiv, Workshops der Klöppelgruppe, Stammtische und Vorstandssitzungen, letztere vorwiegend virtuell, statt. Zudem konnten im Jahr 2020 der 8. Ploimer Klöppeltag und in beiden Jahren am 3. Oktober der traditionelle Vereinsausflug als Grenzwanderung mit Rudolf Ostheimer abgehalten werden.

Auch die übrige Vorstandsarbeit wurde fortgeführt und zeitigte einen schönen Erfolg: Zukünftig stellt die Marktgemeinde Großostheim nach Ertüchtigung Lagerräume im gemeindeeigenen Haus im Eck zur Verfügung, so dass sich die drängenden Platzprobleme, unter anderem nach Übernahme mehrerer Nachlässe, hoffentlich bald auflösen lassen. Nach Berichten der Mitgliederverwaltung (aktuell 192 Mitglieder) und über den Stand der EDV (Programmaktualisierung, neue Datenbank, Webseite) folgte der Kassenbericht, dessen Richtigkeit von den Kassenprüfern attestiert wurde, so dass die Entlastung der Vorstandschaft erfolgen konnte.

Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei der bisherigen Vorstandschaft, insbesondere bei Erich Rollmann, Kassenprüfer und Kurt Zahn, Beirat mit Schwerpunkt Festorganisation, die sich beide nicht mehr zur Wahl stellten. Aufgrund seiner vielfältigen Leistungen für den Verein wurde als kleine Anerkennung ein Geschenkkorb an Kurt Zahn überreicht. Bei der anschließenden Neuwahl änderte sich nur wenig: Es blieben 1. Vorsitzender Wolfgang Krug, 2. Vorsitzender Herbert Rachor, Kassenverantwortlicher Jürgen Hock, Schriftführerin Karin Ming, Beirat Regina Müller, Marianne Rollmann, Karl-Heinz Rohm, Peter Stegmann, Kassenprüfer Alfred Peter. Neu gewählt wurden Petra Stripp-Scheuring in den Beirat und Kurt Zahn als Kassenprüfer.

Zum Abschluss wurde angeregt diskutiert, unter anderem über die Planung künftiger Aktivitäten und Möglichkeiten einer verbesserten Mitgliederwerbung.

 

 

 
Hintere Reihe: Kurt Zahn, Alfred Peter, Peter Stegmann, Karl-Heinz Rohm, Jürgen Hock
Vordere Reihe: Petra Stripp-Scheuring, Wolfgang Krug, Regina Müller, Herbert Rachor, Karin Ming, Marianne Rollmann
 
 
Text u. Bild: Karin Ming
Bearbeitet: Herbert Rachor

 

 

 

Absage Klöppelausstellung

Aufgrund erneut steigender Corona-Fallzahlen müssen wir schweren Herzens die für den 20.03.2022 im Haus der Vereine geplante und bereits vorbereitete 9. Klöppelausstellung absagen. Grund ist die Sorge um die Gesundheit sowohl der Ausstellerinnen als auch der Besucherinnen und Besucher, da es unter den gegebenen Bedingungen schwierig werden könnte, notwendige Hygieneregeln einzuhalten.

Wir hoffen, dass wir uns im nächsten Jahr bei einer dann ungestörten und unbeeinflussten Klöppelausstellung treffen können. Bleiben Sie bis dahin gesund!

 

Lothar Rollmann verstorben

 

Vom Schneider zum Ortschronist

Nachruf für Lothar Rollmann

 

Es ist schon ein ordentlicher Stapel an Büchern, die Lothar Rollmann über seinen Heimatort verfasst und herausgegeben hat. In seinem größten Buch beschäftigt er sich mit der Geschichte Pflaumheims im 20. Jahrhundert. Nun ist er am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26.12.2020 im Alter von 91 Jahren verstorben.

Lothar Rollmann wurde am 9.Juni 1929 als 3. Sohn des Schneiders Heinrich Rollmann und seiner Ehfrau Maria geb. Thyroff in Pflaumheim geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er, wie es für die meisten Schulabgänger in einem Schneiderdorf üblich war, das Schneiderhandwerk und arbeitete in der Werkstadt seines Vaters als Heimschneider.

Im Jahr 1958 heiratete er seine Frau Luitgard, eine geborene Hock, mit der er 5 Kinder hat.

Nachdem sich der Untergang der Heimschneiderei zum Ende der 1950er Jahre abzeichnete wechselte er seinen Beruf und wurde Angestellter in der Gemeinde Pflaumheim. Durch ständige Weiterbildung und bestandenen Prüfungen begann für ihn der Aufstieg in der Verwaltung. Er war Protokollführer im Gemeinderat, Standesbeamter, Geschäftsleitender Angestellter und Kämmerer. Für seine Verdienste wurde ihm 1978 die Bürgermedaille der Gemeinde Pflaumheim verliehen.

Mit der Gemeindegebietsreform wechselte er in die Verwaltung des Marktes Großostheim.1992 ging er in den Ruhestand.

Die Musik wurde ihm in seinem Elternhaus in die Wiege gelegt. Von 1942 bis 1981 war er aktives Mitglied und von 1962 bis 1981 Leiter der Pflaumheimer Prozessionsmusik. Über 60 Jahre spielte er die Orgel in der Pfarrkirche St. Lucia, mehrere Jahre gehörte er dem Pfarrgemeinderat an, er begründete die katholische Jugend mit und leitete die Pfarrbücherei.

Schreiben war schon immer seine Leidenschaft. Er berichtete von 1950 bis 2010 für verschiedene örtliche Medien und Zeitungsverlage über die Ereignisse in Pflaumheim und die Ortgeschichte und war der Verfasser und Herausgeber von vielen Festschriften und Büchern. Sein größtes Werk war das Buch „Pflaumheim im 20. Jahrhundert“ worin er auf 391 Seiten die Geschichte des Ortes Pflaumheim in diesem Zeitraum mit Zeiten davor und danach aufarbeitet.

Für die Ortsgeschichte interessierte sich Rollmann schon früh, so kam es zwangsläufig dazu, dass er der Initiator zur Gründung des Geschichtsvereins Pflaumheim war, dessen Gründungsvorsitzender er wurde und später für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Rollmann engagierte sich auch für andere Pflaumheimer Vereine wie die Feuerwehr und war bei den Film- und Foto-Freunden Gründungsmitglied.

2011 erhielt Lothar Rollmann für seine Verdienste um seine Heimatgemeinde den Ehren-Brief des Marktes Großostheim verliehen.

Der Geschichtsverein Pflaumheim und die Ortbevölkerung von Pflaumheim verlieren mit Lothar Rollmann einen ihrer „Großen Mitbürger“. Er selbst hat sich mit seinen vielfältigen Arbeiten und Publikationen über seinen Heimatort ein bleibendes Denkmal gesetzt.  

Lieber Lothar wir sind dankbar, dass du unter uns gelebt hast und wir werden dich in bleibender Erinnerung behalten!

 

 

Lothar Rollmann am Schreibtisch 1993

 

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Text: Herbert Rachor

Bilder. Archiv Geschichtsverein

 
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